Der IM Hawaii war ein ungeplantes Saisonhighlight, habe ich mich doch erst Anfangs August bei meinem ersten Ironman in Tallinn dafür qualifiziert.
Eine Woche vorher reiste ich an, um die Insel zu erkunden und mich etwas mit den Bedingungen vertraut zu machen. Eigentlich liegen mir die Bedingungen gar nicht, funktioniert mein Körper doch besser bei kälteren Temperaturen. Nichtsdestotrotz freute ich mich enorm, am Start in Kona zu stehen. An erster Stelle wollte ich das Rennen geniessen und dabei einfach eine möglichst gute Leistung zeigen.
Den Start der Frauen konnte ich voll mitverfolgen, weil meine Kategorie als letzte am Donnerstag ins Meer ging, was 75 Minuten nach dem ersten Start der Fall war.
Schwimmen, meine schlechteste Disziplin gelang mir so wie ich es erwarten konnte und nach 70 Minuten kam ich aus dem Wasser. Der Wechsel aufs Rad gelang gut, doch schon rasch merkte ich, dass ich die mir vorgenommenen Wattwerte nicht fahren konnte. Mit dem Wissen, dass ich einfach ins Ziel kommen möchte, nahm ich Tempo raus und fuhr mit viel Reserve nach Hawi zum Wendepunkt. Auf dem Rückweg konnte ich das Tempo halten und es war sicher die richtige Entscheidung, mit den Werten nichts zu erzwingen.
Bei Laufen schaut ich, wie weit meine Kräfte noch reichen werden. Auch hier nahm ich das Ganze von Anfang an locker und bis zum Halbmarathon war es auch noch okay. Danach wechselten sich spazieren und langsames Gehen ab und es war mental hart, eine so weite Strecke so zurückzulegen.
Ich war froh, als ich endlich ins Ziel kam. Das Resultat war zwar gar nicht so, wie ich es mir vorgestellt habe und was ich mit meiner Leistung normalerweise im Stande bin zu leisten. Trotzdem konnte ich den IM und die super Stimmung und Ambiance in Kona lange geniessen.
Hals- und Schluckweh am Abend und in den nächsten Tagen erklärten mir dann auch, warum ich meine Leistung nicht abrufen konnte. Ich habe definitive noch eine Rechnung mit dem IM Hawaii offen und kann nur sagen, die Inseln und Landschaft sind einmalig und wunderschön und ich werde, sofern möglich, zurückkommen.
Mahalo
Jonas Gründler