Hinter den Kulissen des Berner Triathlons

Verfasst von am 5. November 2019
 

Der Berner Triathlon ist ein fester Bestandteil im Schweizer Triathlon-Kalender und eines der wertvollsten Produkte von 3athlon Bern. Während internationale Firmen kommerzielle Veranstaltungen für sehr viel Geld auf die Beine Stellen, bietet der Berner Triathlon für wenig Geld einen Event von Triathleten für Triathleten. Für Mitglieder von 3athlon Bern ist es eine Ehrensache als Helfer im Einsatz zu stehen. Wir haben uns mit dem OK-Präsidenten Stefan Jäger getroffen, um einen Einblick in die Organisation des Events zu erhalten.

Headwind: Hallo Stefan. Danke, dass du uns für ein paar Fragen zur Verfügung stehst. Stell dich doch kurz vor.

Stefan Jäger

Stefan Jäger: Danke für die Einladung zum Interview. Ich darf auf zehn schöne und intensive Jahre im Triathlon zurückblicken. Für mich stand immer die Freude am Sport im Vordergrund. Im 2010 absolvierte ich meinen ersten Triathlon. Es blieb bei kurzen Distanzen, Hauptsache „es fägt“. Meine Motivation zur Organisation von Events begann früh. Zusammen mit Peter Studer (ehemaliger Präsident 3athlon Bern) organisierten wir die Splash’n’Dash Serie [Sommerserie an clubinternen Wettkämpfen mit einer Kombination aus Schwimmen und Laufen Anm. d. Red.] wie auch die legendären Season Opener und Season Closener. Meine aktive Rolle konnte ich auch im Vorstand vom 3athlon Bern zeigen. In den letzten Jahren nahm meine aktive Sportzeit ab, dafür die ehrenamtliche Arbeit zu. So kann ich dem Sport das zurückgeben, was er mir viele Jahre gegeben hat: viel Freude!

Schön zu hören Stefan. Worin besteht deine Arbeit als OK-Präsidenten?

Das OK als Team zu begleiten und für eine gute Stimmung zu sorgen. Als Präsident ist der Blick nach vorne entscheidend. Ich halte Themen wie Werte und Vision im Auge und begleite mit und als Teil des OKs den Berner Triathlon in die Zukunft. Inhaltlich trage ich zudem meinen Beitrag als Kassier bei.

Der Event findet im Mai statt. Wann beginnt ihr jeweils mit der Organisation der nächsten Austragung?

Nach der Sommerpause nehmen wir im September unsere Arbeit für den Wettkampf im Folgejahr auf.

Wieviele Leute sind im OK? Welche Aufgaben gibt es?

Aktuell sind wir 7 Personen. Jede Person trägt ein Ressort, in welchem sie den Lead hat. Grössere Ressort werden zu zweit getragen. Dabei kann man jederzeit auf das OK zurückgreifen, um Zweitmeinungen und Unterstützung abzuholen. Aufgeteilt sind die Ressorts in Helferorganisation, Strecke, Material&Infrastruktur, Sponsoring&PR und Finanzen.

Wieviele Helfer werden am Rennwochenende für einen reibungslosen Ablauf benötigt?

Gut 50 Helfer und noch weitere 25 Verkehrskadetten.

Was habt ihr für ein Budget? Was sind jeweils die grössten Posten?

Unser Umsatz bewegt sich im Bereich von CHF 16’000. Die grössten Posten sind die Zeitmessung und die Verkehrskadetten. Gefolgt von den Mietaufwänden für das Freibad Hirzenfeld und die Verpflegung der Helfer und Kadetten.

Worin bestehen die Schwierigkeiten bei der Durchführung? Was bereitet euch jeweils am meisten Kopfschmerzen?

Jedes Jahr gibt es unvorhergesehene Ereignisse. Die Herausforderung besteht darin, dass OK-Mitglieder durch unvorhergesehene Aufgaben besetzt sind und gleichzeitig der Triathlon weiter läuft. Dies ist nur möglich dank unseren Triathlon-erfahrenen Helfern und einer guten Helferdokumentation, welche die nahezu selbständige Umsetzung der Posten ermöglicht. Am meisten Kopfschmerzen bereiten uns unvorhergesehene Wetterereignisse oder Unfälle, die aber bisher glücklicherweise ausblieben.

Was sind die schönen Momente, worüber freust du dich? Was treibt dich an, den immensen Aufwand auf dich zu nehmen?

Glückliche Finisher

Der für mich schönste Teil sind die lachenden und glücklichen Gesichter aller: von Teilnehmern über Zuschauer, Helfer und Kindern. Dieser Anlass erzeugt Freude für Menschen, und das ist das, was mich antreibt.

Wann seid ihr jeweils mit einer Austragung zufrieden? Was sind jeweils eure Ziele?

Zufrieden sind wir, wenn wir unfallfrei den Triathlon beenden dürfen. Selbstverständlich sind auch unsere Mittel nicht unendlich. Entsprechend sind wir glücklich, können wir unseren Break-Even erreichen und machen mit dem Triathlon ein kleines Plus, welches uns erlaubt, im nächsten Jahr jeweils kleinere Optimierungen umzusetzen. Dies ist nur möglich, wenn wir Reserven haben. Unser Ziel ist es, uns jedes Jahr ein wenig zu verbessern.

Plant ihr Neuerungen für kommende Austragungen oder haltet ihr vorerst am erfolgreichen Konzept fest?

Ein Rückblick, die sogenannten Retrospektive, ist fixer Bestandteil im Anschluss des Anlasses. Für die nächste Ausführung haben wir einige Verbesserungen geplant. Um mehr Athleten Zugang zu diesem Triathlon zu ermöglichen werden wir die Teilnehmerzahl leicht erhöhen. Dies ohne den familiären Charakter des Events zu tangieren. Weitere Verbesserungen sind gegen aussen wenig sichtbar, aber dennoch sehr wichtig. Verbesserungen wie bessere Aufbaupläne, ein Alternativkonzept bei schlechtem Wetter oder auch eine bessere Kommunikationslösung für das OK während des Anlasses.

Danke für deine Zeit. Dir gehört das letzte Wort!

Der Berner Triathlon ist ein wichtiger Anlass. Bei uns starten viele Athleten, welche ihren ersten Triathlon absolvieren. Damit sind wir ein Sprungbrett für diesen Sport. Der 3athlon Bern darf stolz sein, diesen Anlass zu tragen und damit einen wesentlichen Wert für den Triathlonsport in der Schweiz zu leisten. Wir danken sämtlichen Helfern und der Unterstützung des 3athlon Bern.


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